Dein E-Auto steht im Schnitt 22 Stunden am Tag und hat dabei drei- bis fünfmal so viel Speicherkapazität wie ein typischer Heimspeicher. Bidirektionales Laden macht daraus einen Stromspeicher auf Rädern. Seit 2026 ist das in Deutschland offiziell möglich.
2026: Das Jahr, in dem bidirektionales Laden real wurde.
Jahrelang war Vehicle-to-Home (V2H) eine Ankündigung. Jetzt sind die Hürden gefallen: Die überarbeitete Anwendungsregel VDE-AR-N 4105 regelt seit März 2026 die Netzanmeldung rückspeisefähiger Wallboxen, und die EnWG-Novelle vom Januar 2026 hat die doppelten Netzentgelte abgeschafft, die V2H bisher unwirtschaftlich machten. Erste DC-Wallboxen wie die ambiCHARGE von Ambibox sind lieferbar und förderfähig.
Das Potenzial ist erheblich: Ein E-Auto mit 60–80 kWh Batterie hat die drei- bis fünffache Kapazität eines typischen Heimspeichers. Das Fraunhofer-Institut beziffert das Einsparpotenzial einer optimal gesteuerten Kombination aus PV, Speicher und bidirektionalem Laden auf bis zu 700 € pro Jahr. Und anders als ein stationärer Speicher ist die Fahrzeugbatterie ohnehin bezahlt. Sie steht nur meist ungenutzt in der Einfahrt.
Auch ältere Fahrzeuge können das, oft per Software-Update.
Ein verbreiteter Irrtum: Bidirektionales Laden sei neuen Fahrzeugen vorbehalten. Tatsächlich läuft die Entladung bei DC-Wallboxen über denselben CCS-Anschluss, über den das Auto am Schnelllader lädt. Die Leistungselektronik sitzt in der Wallbox, nicht im Fahrzeug. Entscheidend ist nur, dass die Fahrzeugsoftware die Entladung freigibt.
Beim VW-Konzern sind alle MEB-Fahrzeuge (ID.3, ID.4, ID.5, Cupra Born, Škoda Enyaq) mit der 77-kWh-Batterie ab Softwareversion 3.5 bidirektional fähig. Auch Fahrzeuge der ersten Generation nach dem entsprechenden Update. Dazu kommen Ford Capri und Explorer, Renault 5 und Mégane E-Tech, BMW iX3 und weitere.
Die Hersteller pflegen Kompatibilitätslisten; Ambibox veröffentlicht auf seiner Website, welche Fahrzeuge an der ambiCHARGE freigegeben sind. Ob dein Fahrzeug dabei ist, prüfen wir vor jedem Angebot.
Die Steuerung macht den Unterschied.
Eine bidirektionale Wallbox allein spart noch nichts. Sie braucht ein Energiemanagement, das entscheidet, wann geladen und wann entladen wird. Genau hier spielt Loxone seine Stärke aus: Die ambiCHARGE bringt offene Schnittstellen mit (Modbus, MQTT, OCPP) und lässt sich damit in den Loxone Energiemanager einbinden.
Dann werden Szenarien möglich, die kein Hersteller-Ökosystem von der Stange bietet: Das Auto lädt mittags PV-Überschuss und speist abends die Abendspitze des Hauses zurück, aber nur bis zu einer Mindestreichweite, die du festlegst. Fährt morgens jemand zur Arbeit, weiß das System aus dem Kalender, dass das Auto bis 7 Uhr voll sein muss.
Bei dynamischem Stromtarif kommt eine dritte Logik dazu: In günstigen Nachtstunden lädt das Auto aus dem Netz und deckt tagsüber den Hausverbrauch. Die Fahrzeugbatterie wird zum Arbitrage-Speicher, ohne dass ein zusätzlicher stationärer Speicher nötig wäre.
Wir testen das selbst, in unserer eigenen Einfahrt.
Wir empfehlen nichts, was wir nicht selbst betreiben: Für unseren Firmenstandort haben wir eine ambiCHARGE bestellt und binden sie in unsere eigene Loxone-Umgebung ein. Getestet wird mit einem Volvo XC40 aus dem eigenen Fuhrpark. Die Erfahrungen aus diesem Aufbau – von der Netzanmeldung nach VDE-AR-N 4105 über die Schnittstellenanbindung bis zur Entladelogik – fließen direkt in unsere Kundenprojekte ein.
Was heute schon geht, und was noch nicht.
Ehrlichkeit gehört dazu: Der Fahrzeugmarkt ist noch in Bewegung. Nicht jedes E-Auto gibt die Entladung frei, manche Hersteller koppeln sie an bestimmte Softwarestände oder Batteriegrößen, und die Garantiebedingungen zur Zyklenbelastung unterscheiden sich.
Wer heute ein E-Auto kauft und bidirektional nutzen will, sollte die Freigabe vor dem Kauf prüfen. Wir beraten dazu unabhängig, weil wir weder Autos noch eine bestimmte Wallbox-Marke verkaufen müssen.
Lohnt sich das für dich?
Sag uns, welches Fahrzeug du fährst und wie deine Anlage aufgebaut ist. Wir prüfen die Freigabe, rechnen den Nutzen gegen einen zusätzlichen Hausspeicher und sagen dir, welche der beiden Varianten in deinem Fall die sinnvollere ist.
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